Trockene Augen? Natürliche Lösung mit Rotlichttherapie im Check

Trockene Augen? Natürliche Lösung mit Rotlichttherapie im Check

Leidest du unter trockenen Augen?
Rotlicht bei trockenen Augen klingt für viele zunächst ungewöhnlich – und genau das macht das Thema so spannend. Kennst du das Gefühl, wenn deine Augen sich trocken, gereizt und müde anfühlen? Vielleicht hast du das Gefühl von Sand in den Augen, ein unangenehmes Druckgefühl, oder dein Augenlid ist trocken und spannt. Viele Menschen leiden unter extrem trockenen Augen, besonders in der heutigen digitalen Welt, in der Bildschirme und Klimaanlagen unseren Augen zusetzen. In diesem Artikel schauen wir uns an, was gegen trockene Augen hilft und was die Forschung zu Rotlicht bisher herausgefunden hat.

Warum sind deine Augen trocken?

Trockene Augen entstehen, wenn nicht genug Tränenflüssigkeit produziert wird oder diese zu schnell verdunstet. Die Ursachen sind vielfältig:

  • Langes Arbeiten am Bildschirm ohne Blinzeln – in einer Untersuchung sank die Blinzelrate von etwa 22 auf rund 7 Lidschläge pro Minute (Tsubota & Nakamori 1993)
  • Klimaanlagen und Heizungsluft, die die Augen austrocknen
  • Hormonelle Veränderungen (z. B. in den Wechseljahren)
  • Kontaktlinsen, die die Augenoberfläche belasten
  • Medikamente, die die Tränenproduktion reduzieren
  • Meibomdrüsen-Dysfunktion (MGD), bei der die Talgdrüsen in den Augenlidern verstopft sind und der ölige Anteil des Tränenfilms fehlt

Gut zu wissen zum Augendruck: Das Druckgefühl bei trockenen Augen ist etwas anderes als ein erhöhter Augeninnendruck. Ein erhöhter Augeninnendruck verursacht meist keine spürbaren Beschwerden, kann aber zu einem Glaukom (Grünem Star) führen. Er lässt sich nur augenärztlich messen – und gehört in augenärztliche Behandlung.

Herkömmliche Behandlungen: Was bei trockenen Augen hilft

Künstliche Tränen, Augensalben und befeuchtende Augentropfen lindern die Beschwerden und sind für viele Betroffene die Basis. Damit sie dauerhaft gut wirken, lohnt es sich, auch die Ursache anzugehen – das kann deine Augenarztpraxis am besten beurteilen. Bei einer Meibomdrüsen-Dysfunktion gehören zum Beispiel warme Kompressen und eine regelmäßige Lidrandpflege oft zur Behandlung. Und im Alltag helfen einfache Gewohnheiten:

  • Die 20-20-20-Regel: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden in rund 6 Meter Entfernung schauen.
  • Bewusst blinzeln: Ab und zu ein paar Mal langsam und vollständig blinzeln.
  • Raumluft: Regelmäßig lüften und keine Zugluft von Lüftung oder Ventilator ins Gesicht.
  • Bildschirm: Oberkante auf oder leicht unter Augenhöhe – so öffnet sich die Lidspalte weniger weit.

Natürliche Alternative? Was hinter der Rotlichttherapie steckt

Rotlicht bei trockenen Augen wird zunehmend erforscht – und die ersten Ergebnisse machen neugierig. Eine Alternative zur augenärztlichen Behandlung ist Rotlicht aber nicht. Untersucht wird vor allem, ob rotes Licht auf den Augenlidern die Meibomdrüsen beeinflusst. Daneben gibt es Forschung zu Rotlicht und Netzhaut, also zur Frage, wie die Zellen im Augenhintergrund auf Licht mit 670 nm reagieren.

Wie funktioniert Rotlichttherapie für trockene Augen?

Nach einem gängigen Erklärungsmodell nimmt ein Enzym in den Mitochondrien – den „Kraftwerken“ der Zellen – rotes Licht auf. In Zell- und Laborstudien wurde beobachtet, dass dabei die Energiebereitstellung der Zelle (ATP) beeinflusst werden kann. Bei trockenen Augen kommt eine weitere Überlegung hinzu: Rotes Licht auf den Lidern erzeugt eine leichte Wärme, die das Sekret in den Meibomdrüsen geschmeidiger machen könnte.

Viele fragen sich: Rotlicht bei trockenen Augen – kann das wirklich helfen? Erforscht werden vor allem diese Fragen:

  • Verändert sich die Funktion der Meibomdrüsen und damit die Stabilität des Tränenfilms?
  • Verändern sich entzündliche Prozesse am Lidrand?
  • Wie reagieren die Zellen der Augenoberfläche und der Rotlicht Netzhaut-Bereich auf 670 nm?

Belegt ist bisher keine dieser Wirkungen für Rotlichtlampen zu Hause. Licht wirkt außerdem nicht auf den Augeninnendruck – bei Glaukom ist eine augenärztliche Behandlung unverzichtbar.

Wissenschaftliche Studien: Was zur Wirkung bekannt ist

  • Meibomdrüsen-Dysfunktion: In Augenarztpraxen werden spezielle Lichtmasken eingesetzt, die rotes Licht über die geschlossenen Lider abgeben – oft kombiniert mit anderen Verfahren. Mehrere kleinere Studien berichten über eine bessere Stabilität des Tränenfilms und weniger Beschwerden. Die Studien arbeiteten mit medizinischen Geräten unter augenärztlicher Kontrolle, die Gruppen waren meist klein, und große Langzeitstudien fehlen.
  • Grewal et al. (2020): In einer kleinen Pilotstudie des University College London wendeten gesunde Ältere und Menschen mit altersbedingter Makuladegeneration (AMD) zu Hause kurz Licht mit 670 nm an. Gemessen wurden verschiedene Sehfunktionen. Die Ergebnisse waren uneinheitlich, die Gruppen sehr klein – trockene Augen waren nicht Thema der Studie. Studie hier
  • Shinhmar et al. (2021): Bei gesunden Erwachsenen ab etwa 40 Jahren war das Farbkontrastsehen nach einer einzigen dreiminütigen Anwendung mit 670 nm am Morgen im Mittel besser, teilweise noch nach einer Woche. Die Forschenden sehen darin einen Hinweis auf die Rolle der Mitochondrien in der Netzhaut. Auch hier: kleine Gruppe, gesunde Augen, trockene Augen wurden nicht untersucht. Studie hier

Diese Studien wurden nicht mit unseren Geräten durchgeführt; eine Wirkung unserer Geräte lässt sich daraus nicht ableiten.

Wie oft sollte man Rotlicht für trockene Augen anwenden?

Eine belegte Anwendungsempfehlung für Rotlicht bei trockenen Augen zu Hause gibt es bisher nicht. Die Lichtmasken-Studien liefen in der Praxis mit einigen wenigen Sitzungen über mehrere Wochen, festgelegt von Fachpersonal. In den Londoner Netzhaut-Studien mit gesunden Menschen wurde 670 nm für 3 Minuten am Morgen angewendet – länger ist nicht automatisch besser.

Wenn du Rotlicht ausprobieren möchtest, gilt:

  • Sprich vorher mit deiner Augenärztin oder deinem Augenarzt – besonders bei extrem trockenen Augen, Glaukom, anderen Augenerkrankungen, nach Augenoperationen, bei Lichtempfindlichkeit oder photosensibilisierenden Medikamenten.
  • Halte dich an die Herstellerangaben zu Abstand und Dauer und starre nicht direkt in die LEDs.
  • Richte kein nahinfrarotes Licht auf die Augen – es ist unsichtbar, deshalb fehlt der natürliche Blendschutz.
  • Bei Schmerzen, Sehveränderungen oder stärkerer Rötung: Anwendung beenden und augenärztlich abklären lassen.

Rotlichttherapie gegen trockene Augen auf einen Blick

  • Nicht-invasiv: Das Licht wird von außen angewendet.
  • Aktives Forschungsfeld: Zu Meibomdrüsen und Netzhaut gibt es erste kleinere Studien.
  • Studienlage: Ergebnisse stammen überwiegend aus Praxen mit medizinischen Geräten und lassen sich nicht auf Lampen für zu Hause übertragen.
  • Kein Ersatz: Rotlicht ersetzt weder Augentropfen noch die augenärztliche Behandlung.

Fazit: Was wirklich gegen trockene Augen hilft

Gegen trockene Augen hilft vor allem eine Kombination aus guten Gewohnheiten – blinzeln, Pausen, gute Raumluft – und einer passenden Behandlung, die du mit deiner Augenarztpraxis abstimmst. Rotlicht bei trockenen Augen ist ein spannendes Forschungsthema: In Praxen mit medizinischen Lichtmasken gibt es erste ermutigende Ergebnisse, und zur Rotlicht Netzhaut-Forschung liefern die Londoner Studien interessante Einblicke. Als Behandlung trockener Augen lässt sich eine Rotlichtlampe für zu Hause nach heutigem Stand aber nicht empfehlen. Wir verfolgen die Forschung und halten dich auf dem Laufenden.

Leidest du unter extrem trockenen Augen, hast du Schmerzen, ist dein Auge stark gerötet oder verschlechtert sich dein Sehen? Dann lass das bitte zeitnah augenärztlich abklären.

Quellen

  • Tsubota K, Nakamori K. Dry eyes and video display terminals. The New England Journal of Medicine. 1993;328(8):584.
  • Grewal MK et al. A pilot study evaluating the effects of 670 nm photobiomodulation in healthy ageing and age-related macular degeneration. Journal of Clinical Medicine. 2020;9(4):1001.
  • Shinhmar H et al. Weeklong improved colour contrasts sensitivity after single 670 nm exposures associated with enhanced mitochondrial function. Scientific Reports. 2021;11:22872. doi:10.1038/s41598-021-02311-1

Unsere Produkte sind keine Medizinprodukte im Sinne der VO (EU) 2017/745. Sie dienen dem allgemeinen Wohlbefinden und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.

Über den Autor

Yike Pan

Yike Pan ist Gründer von heilys®, Ingenieur und Lichtforscher. Nach über 20 Jahren Erfahrung in Elektrotechnik, Architekturbeleuchtung und Forschung an der TU Eindhoven widmet er sich heute einer klaren Mission: gesundes, bioaktives Licht in den Alltag zu bringen – präzise, wirksam und wissenschaftlich fundiert.


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