01 Was ist Rotlichttherapie?
Licht, das Prozesse in der Zelle beeinflusst – statt nur Wärme zu erzeugen
Kurz gesagt
Rotlichttherapie ist die Anwendung von rotem und nahinfrarotem Licht in gezielt ausgewählten Wellenlängen. Der Fachbegriff dafür lautet Photobiomodulation. Anders als bei einer klassischen Wärmelampe steht nicht die Erwärmung des Gewebes im Mittelpunkt. Stattdessen kann das Licht von bestimmten Molekülen in den Zellen aufgenommen werden und dort biologische Prozesse beeinflussen.
Der Fachbegriff beschreibt das Prinzip bereits recht gut: Photo bedeutet Licht, Bio steht für biologische Prozesse und Modulation für deren Beeinflussung oder Regulation. Es wird dabei kein Gewebe abgetragen oder verbrannt. Entscheidend ist vielmehr eine passende Lichtdosis, die biologische Reaktionen in der Zelle auslösen kann.
Entdeckt wurde der Effekt Ende der 1960er Jahre eher zufällig. Der ungarische Arzt Endre Mester bemerkte, dass schwaches Laserlicht die Wundheilung bei Versuchstieren beschleunigte. Deshalb wurde diese Form der Lichttherapie jahrzehntelang als „Low-Level-Lasertherapie“ bezeichnet. Heute weiß man, dass für die Photobiomodulation vor allem die Wellenlänge und die Dosis entscheidend sind – nicht, ob das Licht von einem Laser oder einer LED stammt. Ein Photon mit 660 nm besitzt in beiden Fällen dieselbe Energie1. Deshalb hat sich der neutralere Begriff „Photobiomodulation“ durchgesetzt.
Der Unterschied zur Wärmelampe
Auch wenn beides Lampen sind, die rötlich leuchten, funktionieren sie unterschiedlich. Eine klassische Wärmelampe (Infrarotlampe) gibt ein breites Lichtspektrum ab und enthält große Anteile langwelliger Infrarotstrahlung. Dieses Licht wird fast vollständig vom Wasser im Gewebe aufgenommen und in Wärme umgewandelt. Diese Wärme ist deutlich spürbar – und genau darauf ist die Anwendung ausgelegt.
|
Wärmelampe |
Rotlichttherapie |
| Wirkprinzip |
Wärme |
photobiologisches Signal |
| Spektrum |
breitbandig |
definierte Wellenlängen |
| Aufgenommen von |
Wasser im Gewebe |
Enzymen in den Mitochondrien |
| Man spürt |
deutlich Wärme |
wenig bis nichts |
| Dosierung |
nach Wärmegefühl |
berechenbar in J/cm² |
Eine Wärmelampe spürst du. Photobiomodulation muss man messen.
Wenn es nicht um Wärme geht: Was macht das Licht dann im Körper?