Rotlichttherapie: Was sie ist, wie sie wirkt, was sie kann | heilys®

Grundlagen

Rotlichttherapie: einfach erklärt

Die Wirkung von rotem und nahinfrarotem Licht wird seit über 50 Jahren erforscht. Diese Seite beantwortet drei zentrale Fragen: Was ist Rotlichttherapie, was passiert dabei in der Zelle und was zeigt die Forschung zu möglichen Anwendungen? Verständlich erklärt – ohne unnötigen Fachjargon, aber mit wissenschaftlichen Quellen.

01  Was ist Rotlichttherapie?

Licht, das Prozesse in der Zelle beeinflusst – statt nur Wärme zu erzeugen

Kurz gesagt

Rotlichttherapie ist die Anwendung von rotem und nahinfrarotem Licht in gezielt ausgewählten Wellenlängen. Der Fachbegriff dafür lautet Photobiomodulation. Anders als bei einer klassischen Wärmelampe steht nicht die Erwärmung des Gewebes im Mittelpunkt. Stattdessen kann das Licht von bestimmten Molekülen in den Zellen aufgenommen werden und dort biologische Prozesse beeinflussen.

Der Fachbegriff beschreibt das Prinzip bereits recht gut: Photo bedeutet Licht, Bio steht für biologische Prozesse und Modulation für deren Beeinflussung oder Regulation. Es wird dabei kein Gewebe abgetragen oder verbrannt. Entscheidend ist vielmehr eine passende Lichtdosis, die biologische Reaktionen in der Zelle auslösen kann.

Entdeckt wurde der Effekt Ende der 1960er Jahre eher zufällig. Der ungarische Arzt Endre Mester bemerkte, dass schwaches Laserlicht die Wundheilung bei Versuchstieren beschleunigte. Deshalb wurde diese Form der Lichttherapie jahrzehntelang als „Low-Level-Lasertherapie“ bezeichnet. Heute weiß man, dass für die Photobiomodulation vor allem die Wellenlänge und die Dosis entscheidend sind – nicht, ob das Licht von einem Laser oder einer LED stammt. Ein Photon mit 660 nm besitzt in beiden Fällen dieselbe Energie1. Deshalb hat sich der neutralere Begriff „Photobiomodulation“ durchgesetzt.

Der Unterschied zur Wärmelampe

Auch wenn beides Lampen sind, die rötlich leuchten, funktionieren sie unterschiedlich. Eine klassische Wärmelampe (Infrarotlampe) gibt ein breites Lichtspektrum ab und enthält große Anteile langwelliger Infrarotstrahlung. Dieses Licht wird fast vollständig vom Wasser im Gewebe aufgenommen und in Wärme umgewandelt. Diese Wärme ist deutlich spürbar – und genau darauf ist die Anwendung ausgelegt.

Wärmelampe Rotlichttherapie
Wirkprinzip Wärme photobiologisches Signal
Spektrum breitbandig definierte Wellenlängen
Aufgenommen von Wasser im Gewebe Enzymen in den Mitochondrien
Man spürt deutlich Wärme wenig bis nichts
Dosierung nach Wärmegefühl berechenbar in J/cm²

Eine Wärmelampe spürst du. Photobiomodulation muss man messen.

Wenn es nicht um Wärme geht: Was macht das Licht dann im Körper?

02  Wie es wirkt

Was in der Zelle passiert

Kurz gesagt

Rotes und nahinfrarotes Licht wird in den Mitochondrien von einem Enzym aufgenommen: der Cytochrom-c-Oxidase. Dieses Enzym steht am Ende der sogenannten Atmungskette – einer Reihe von Reaktionen, mit denen die Zelle Energie herstellt. Nimmt es Lichtenergie auf, kann diese Kette wieder freier arbeiten13.

Fast jede Zelle unseres Körpers enthält Mitochondrien – die „Kraftwerke der Zelle“. Sie stellen ATP her, das universelle Energiemolekül. Egal, ob ein Muskel arbeitet, Kollagen gebildet oder eine beschädigte Struktur repariert wird: All diese Prozesse benötigen ATP.

Genau daraus erklärt sich, warum in der Forschung so unterschiedliche Themen vorkommen – von Haut über Muskeln bis zur Wundheilung. Der angesprochene Mechanismus sitzt nicht nur in einem einzelnen Organ, sondern in einem Bestandteil praktisch jeder Zelle15.

1 · LICHT DRINGT EIN Rot bleibt flacher, Nahinfrarot reicht tiefer 2 · IM MITOCHONDRIUM Mitochondrien sind in fast jeder Zelle 3 · EINE BREMSE LÖST SICH vorher Enzym Komplex IV NO NO blockiert den Sauerstoff-Platz Licht nachher Enzym Komplex IV O₂ NO O₂ bindet wieder, NO wird im Gewebe frei 4 · DIE ZELLE REAGIERT Mehr ATP Energie für die Zellarbeit NO wird frei unterstützt die Durchblutung Signalstoffe melden die Veränderung weiter Zellkern fährt eigene Programme hoch Schematische Darstellung, Größenverhältnisse nicht maßstabsgetreu.
Vom Licht zur Zellantwort. Der Kern des Vorgangs ist Schritt 3: Unter Belastung oder Sauerstoffmangel setzt sich Stickstoffmonoxid (NO) genau an die Stelle des Enzyms, an der eigentlich Sauerstoff binden müsste. Licht kann diese Bindung lösen. Dadurch läuft die Energieproduktion freier, und das freigesetzte NO wirkt im Gewebe als natürlicher Gefäßerweiterer34.

Die vier Schritte in Worten

  1. Licht dringt ein

    Rotes und nahinfrarotes Licht dringt unterschiedlich tief ins Gewebe ein. Nahinfrarotes Licht reicht dabei tiefer als rotes Licht67.

  2. Im Mitochondrium wird das Licht aufgenommen

    Die Cytochrom-c-Oxidase enthält vier metallhaltige Zentren – zwei mit Eisen, zwei mit Kupfer. Diese Zentren absorbieren Licht besonders gut in schmalen Bereichen des roten und nahinfraroten Spektrums23.

  3. Eine Bremse löst sich

    Bei Belastung, Sauerstoffmangel oder Entzündung setzt sich Stickstoffmonoxid an das Enzym und blockiert dort den Platz für Sauerstoff. Licht kann diese Bindung lösen. Sauerstoff kann wieder binden, die Energieproduktion läuft freier und Stickstoffmonoxid wird im Gewebe freigesetzt14.

  4. Die Zelle reagiert

    Die ATP-Produktion steigt, und das freigesetzte Stickstoffmonoxid steht im Gewebe als Signalmolekül zur Verfügung – unter anderem als körpereigener Gefäßerweiterer. Der veränderte Energiezustand wird an den Zellkern gemeldet. Dort werden andere Gene abgelesen und andere Proteine gebildet, die zum Beispiel an Reparaturprozessen, Zellwanderung und antioxidativer Abwehr beteiligt sind15. So entstehen Prozesse, deren Effekte später bemerkbar werden können.

Das beste Bild dafür

Licht ist kein Ladegerät, sondern eher ein Weckruf. Die Energie für ATP kommt weiterhin aus Nahrung und Sauerstoff. Licht nimmt eine Bremse weg und gibt der Zelle das Signal, ihre eigenen Programme hochzufahren.

Was die Forschung noch nicht abschließend geklärt hat

Die Cytochrom-c-Oxidase gilt als der am besten belegte Lichtakzeptor – also als ein Molekül, das Licht aufnehmen und darauf reagieren kann. Sie ist aber vermutlich nicht der einzige. Zusätzlich werden lichtempfindliche Ionenkanäle in der Zellmembran und mögliche Effekte auf Wasserstrukturen in und an Zellen diskutiert1. Ebenfalls offen sind die optimale Dosis für einzelne Anwendungsgebiete und die Frage, wie stark Hauttyp, Alter und Gewebedicke die Ergebnisse beeinflussen. Der Forschungsstand ist also noch nicht in allen Punkten abschließend geklärt.

Und warum ausgerechnet rot? Weil nur ein schmaler Teil des Lichtspektrums überhaupt weit genug in den Körper kommt.

03  Warum Rot und Nahinfrarot

Das Fenster, durch das Licht in den Körper kommt

Kurz gesagt

Zwischen etwa 600 und 1000 Nanometern gibt es einen Bereich, in dem Licht nur wenig von Hautpigment, Blut oder Wasser abgefangen wird. Dieses „optische Fenster“ ist der Grund, warum Rotlichttherapie rotes und nahinfrarotes Licht nutzt – und nicht blaues oder grünes.

Licht, das in den Körper gelangen soll, muss an drei wichtigen Absorbern vorbei. Melanin (das Hautpigment) nimmt vor allem kurzwelliges Licht auf. Hämoglobin (der Blutfarbstoff) absorbiert stark im blauen und grünen Bereich. Deshalb erscheint Blut rot: Rotes Licht wird weniger stark aufgenommen. Wasser (unser Hauptbestandteil) absorbiert vor allem langwelliges Infrarot.

Dazwischen bleibt ein Bereich mit geringer Absorption. Genau dort findet praktisch die gesamte Forschung zur Photobiomodulation statt.

OPTISCHES FENSTER 600 – 1000 nm 400500600 700800900 100011001200 Wellenlänge in Nanometern Absorption (schematisch) Melanin (Hautpigment) Hämoglobin (Blut) Wasser ROT NAHINFRAROT
Warum genau dieser Bereich. Melanin und Hämoglobin fangen vor allem kurzwelliges Licht ab, Wasser vor allem langwelliges. Dazwischen liegt das optische Fenster von rund 600–1000 nm – unterteilt in sichtbares Rot und unsichtbares Nahinfrarot. Schematische Darstellung. Die Achsen sind nicht quantitativ skaliert.

Rot und Nahinfrarot – zwei Werkzeuge, zwei Tiefen

Beide arbeiten über denselben Mechanismus in der Zelle. Der Unterschied liegt darin, wie weit sie ins Gewebe gelangen.

Rotlicht Nahinfrarot
Bereich ca. 600–700 nm ca. 700–1000 nm
Sichtbar? ja, kräftiges Rot nein, nahezu unsichtbar
Erreicht vor allem Haut, Kollagen, Haarwurzeln Muskeln, Gelenke, Sehnen
Untersucht wird oft Hautbild, Wundheilung, Haardichte Regeneration, Bewegungsapparat

Zur Eindringtiefe: bitte kritisch lesen

„Eindringtiefe“ lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl angeben. Sie hängt davon ab, wie stark das Licht auf seinem Weg durch das Gewebe abgeschwächt wird. Häufig wird als Eindringtiefe der Punkt bezeichnet, an dem noch etwa 37 % der ursprünglichen Lichtintensität vorhanden sind. Dieser Wert kann je nach Hauttyp, Gewebe und Durchblutung deutlich variieren67. Sicher ist vor allem: Nahinfrarotes Licht gelangt tiefer ins Gewebe als rotes Licht. Aussagen wie „dringt 10 cm tief ein“ sind dagegen missverständlich. In solchen Tiefen können zwar noch einzelne Lichtanteile ankommen, die verfügbare Lichtmenge ist dort jedoch deutlich geringer. Deshalb verzichten wir bewusst auf pauschale Millimeterangaben.

Und die Dosis?

Ein Prinzip ist dabei besonders wichtig: Bei Photobiomodulation gilt nicht „viel hilft viel“. Die Wirkung folgt einer Kurve mit einem Optimum. Zu wenig Licht kann wirkungslos bleiben, zu viel kann den gewünschten Effekt wieder abschwächen8. Wie aus Wellenlänge, Bestrahlungsstärke, Abstand und Dauer eine sinnvolle Dosis entsteht, steht auf der Technologie-Seite.

Damit ist der Mechanismus erklärt. Bleibt die wichtigste Frage: Was bedeutet das konkret?

04  Was es nützt

Wofür Rotlicht genutzt wird – und was die Forschung dazu sagt

Photobiomodulation ist ein breites Forschungsfeld mit sehr unterschiedlicher Datenlage. Wir sortieren nach der Stärke der wissenschaftlichen Belege und nicht danach, was besonders attraktiv klingt. Außerdem zeigen wir, wo die wissenschaftlichen Belege noch begrenzt sind.

Einen guten Bezugspunkt liefert eine wissenschaftliche Bewertung aus dem Jahr 2025, die im Journal of the American Academy of Dermatology9 veröffentlicht wurde. Darin bewertete ein Expertengremium die klinische Anwendung von Photobiomodulation. Für einige Bereiche – darunter bestimmte Formen chronischer Wunden, Nervenschädigungen, strahlenbedingte Hautreaktionen und erblich bedingter Haarausfall – sah das Gremium belastbare wissenschaftliche Belege.

Haut und Hautbild

Wofür es genutzt wird
Hautstruktur, feine Linien, Hautrauheit, allgemeines Hautbild.
Was Studien zeigen
Eine kontrollierte Studie mit über 100 Teilnehmenden berichtete über Verbesserungen bei Hautrauheit und feinen Linien sowie über eine per Ultraschall messbar erhöhte Kollagendichte in der Lederhaut10. Eine randomisierte kontrollierte Studie aus dem Jahr 2023 beschreibt außerdem eine Reduktion des Faltenvolumens um die Augenpartie11.
Am besten belegtes Feld

Regeneration nach dem Sport

Wofür es genutzt wird
Erholung nach dem Training, Muskelermüdung, Muskelkater.
Was Studien zeigen
Die Metaanalyse zeigte Vorteile der Lichtanwendung bei mehreren Leistungsparametern, darunter eine längere Zeit bis zur Erschöpfung, eine höhere Wiederholungszahl und günstigere Laktatwerte. Die Autoren weisen aber ausdrücklich auf eine sehr geringe bis moderate Evidenzqualität, kleine Stichproben und stark unterschiedliche Protokolle hin12.
Effekte gezeigt, Qualität gemischt

Muskeln und Gelenke

Wofür es genutzt wird
Verspannungen, Beschwerden im Bewegungsapparat, Beweglichkeit.
Was Studien zeigen
Eine im Lancet veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse randomisierter, placebokontrollierter Studien untersuchte Lichttherapie bei Nackenschmerzen. Sie berichtete über Verbesserungen direkt nach der Behandlung und in der Nachbeobachtung13. Das ist eine der methodisch am stärksten beachteten Arbeiten des Forschungsfelds.
In hochwertigen Studien untersucht

Haardichte

Wofür es genutzt wird
Erblich bedingter Haarausfall, Haardichte am Oberkopf.
Was Studien zeigen
Hier ist die Datenlage vergleichsweise konsistent: Mehrere randomisierte, scheinkontrollierte Studien berichten über eine Zunahme der Haaranzahl; eine Metaanalyse fasst diese Ergebnisse zusammen14. Auch die JAAD-Konsensusarbeit führt androgenetische Alopezie als Anwendung mit belastbarer Evidenz auf9.
Konsistente Studienlage

Wundheilung und Geweberegeneration

Wofür es genutzt wird
Unterstützung der Heilung von Haut- und Gewebeschäden – überwiegend im medizinischen Umfeld.
Was Studien zeigen
Das ist das historische Ursprungsgebiet der Photobiomodulation und weiterhin eines der am besten untersuchten. Übersichtsarbeiten beschreiben Photobiomodulation als etablierten Ansatz in der Wundversorgung15. Das ist ausdrücklich ein ärztliches Anwendungsfeld und kein Thema zur Selbstbehandlung.
Gut untersucht, ärztliches Feld

Frühe Forschungsfelder

Wofür es genutzt wird
Stoffwechsel, Netzhaut, Anwendungen am Kopf, Entzündungsprozesse.
Was Studien zeigen
Hier gibt es interessante Ansätze, aber überwiegend Grundlagenforschung und kleine Studien. Wir führen diese Themen der Vollständigkeit halber auf, leiten daraus aber ausdrücklich keine Anwendungsaussagen ab.
Früh, noch keine Aussagen möglich

Wichtige Einordnung

Die zitierten Studien wurden überwiegend mit klinischen Geräten oder Lasern durchgeführt, häufig bei Personen mit einer diagnostizierten Erkrankung und unter medizinischer Aufsicht. Sie belegen, dass und wie dieses Forschungsfeld untersucht wird. Sie sind keine Aussage darüber, was ein Heimgerät bei einer einzelnen Person bewirkt. heilys®-Geräte sind keine Medizinprodukte.

05  Ehrliche Einordnung

Was Rotlichttherapie nicht ist

Ein Gebiet, das sowohl seriöse Forschung als auch überzogene Versprechen anzieht, braucht eine klare Abgrenzung.

Es ist nicht

  • ein Ersatz für ärztliche Diagnose oder Behandlung
  • ein Mittel, das jede Beschwerde beeinflusst
  • Energieheilung oder Frequenzarbeit
  • eine Anwendung, bei der „mehr“ automatisch besser ist
  • UV-Licht oder Bräunung – im therapeutischen Bereich kommt kein UV vor
  • ein Ersatz für Schlaf, Bewegung und Erholung

Sondern

  • ein physikalisch beschreibbarer Effekt mit einem konkreten Zielmolekül
  • ein weltweit aktives Forschungsfeld mit über 50 Jahren Geschichte
  • stark abhängig von Wellenlänge, Abstand und Dauer
  • in manchen Bereichen gut untersucht, in anderen am Anfang
  • eine mögliche Ergänzung zu einem gesunden Alltag – nicht sein Ersatz

Wir halten diese Klarheit für einen Vorteil. Wer die Grenzen seines Produkts erklären kann, kann auch die Wirkweise desselben glaubwürdig vermitteln.

Zur Sicherheit: Rotes und nahinfrarotes Licht ist nicht ionisierend. Es trägt pro Lichtteilchen nicht genug Energie, um DNA zu schädigen – anders als UV oder Röntgenstrahlung9. Trotzdem solltest du einige Punkte beachten – etwa den empfohlenen Augenschutz, lichtsensibilisierende Medikamente, Schwangerschaft und Vorerkrankungen. Ausführlichere Informationen findest du auf der Sicherheitsseite.

06  Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wie tief dringt Rotlicht in den Körper ein?

Das lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Üblich ist der Wert, bei dem noch etwa 37 % der Lichtintensität übrig sind. Dieser Wert hängt von Hauttyp, Gewebe und Durchblutung ab67. Belastbar ist vor allem die Reihenfolge: Rotes Licht wirkt hauptsächlich in der Haut, Nahinfrarot reicht bis in darunterliegende Strukturen.

Warum siehst du Nahinfrarot nicht?

Weil die Empfindlichkeit des menschlichen Auges oberhalb von etwa 780 nm praktisch endet. Eine 850-nm-LED kann mit voller Leistung laufen und dabei fast dunkel wirken. Das ist normal und kein Defekt. Genau deshalb ist bei Nahinfrarot die Schutzbrille wichtig: Der Blendreiz, der dich sonst zum Wegsehen bringt, fehlt.

Warum wird kein UV-Licht verwendet?

UV-Licht hat einen völlig anderen Mechanismus. UV-Photonen tragen genug Energie, um chemische Bindungen aufzubrechen, DNA zu schädigen und Hautalterung zu beschleunigen. Die Effekte der Photobiomodulation laufen dagegen über die Aufnahme von Licht in einem Enzym. Dafür braucht es rotes und nahinfrarotes Licht. Geräte für Photobiomodulation arbeiten deshalb ohne UV-Anteile.

Ist eine LED so gut wie ein Laser?

Für den beschriebenen Mechanismus nach heutigem Verständnis ja. Die besondere Bündelung des Laserlichts spielt für die Aufnahme in der Zelle keine entscheidende Rolle. Ausschlaggebend sind Wellenlänge und Dosis1. Genau deshalb hat sich der Begriff Photobiomodulation gegenüber „Low-Level-Lasertherapie“ durchgesetzt. LEDs haben den Vorteil, große Flächen gleichmäßig zu bestrahlen.

Spürst du während der Anwendung etwas?

Meist spürst du nur eine leichte Wärme. Eine starke unmittelbare Wahrnehmung gehört nicht zum Wirkprinzip der Photobiomodulation. Das unterscheidet sie von einer Wärmelampe. Dass du wenig spürst, ist zu erwarten. Es ist kein Hinweis darauf, dass nichts ankommt. Umgekehrt gilt: Ein starkes Hitzegefühl ist kein Qualitätsmerkmal, sondern meist ein Zeichen für einen zu geringen Abstand.

Wie oft solltest du Rotlicht anwenden?

Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht, weil die passende Dosis unter anderem von Wellenlänge, Abstand und Zielgewebe abhängt – und weil mehr nicht automatisch besser ist8. In Studien werden meist regelmäßige, kurze Anwendungen über mehrere Wochen untersucht. Halte dich deshalb an die empfohlene Dauer und Häufigkeit deines Geräts.

Verstehen ist der eine Teil. Ausprobieren der andere.

Sechs Wellenlängen im optischen Fenster, dokumentierte Bestrahlungsstärke, Entwicklung in Deutschland und fünf Jahre Garantie.

Quellen

15 Arbeiten aus der Fachliteratur, jeweils mit DOI oder PubMed-Kennung zum Nachprüfen.

  1. Hamblin MR. Mechanisms and Mitochondrial Redox Signaling in Photobiomodulation. Photochemistry and Photobiology. 2018;94(2):199–212. doi:10.1111/php.12864 · PMID 29164625
  2. Karu TI, Kolyakov SF. Exact action spectra for cellular responses relevant to phototherapy. Photomedicine and Laser Surgery. 2005;23(4):355–361. doi:10.1089/pho.2005.23.355 · PMID 16144476
  3. Wong-Riley MTT, Liang HL, Eells JT, et al. Photobiomodulation directly benefits primary neurons functionally inactivated by toxins: role of cytochrome c oxidase. Journal of Biological Chemistry. 2005;280(6):4761–4771. doi:10.1074/jbc.M409650200 · PMID 15557336
  4. Ball KA, Castello PR, Poyton RO. Low intensity light stimulates nitrite-dependent nitric oxide synthesis but not oxygen consumption by cytochrome c oxidase: implications for phototherapy. Journal of Photochemistry and Photobiology B. 2011;102(3):182–191. doi:10.1016/j.jphotobiol.2010.12.002
  5. Hamblin MR. Mechanisms and applications of the anti-inflammatory effects of photobiomodulation. AIMS Biophysics. 2017;4(3):337–361. doi:10.3934/biophy.2017.3.337 · PMID 28748217
  6. Ash C, Dubec M, Donne K, Bashford T. Effect of wavelength and beam width on penetration in light-tissue interaction using computational methods. Lasers in Medical Science. 2017;32(8):1909–1918. doi:10.1007/s10103-017-2317-4 · PMID 28900751
  7. Finlayson L, Barnard IRM, McMillan L, et al. Depth Penetration of Light into Skin as a Function of Wavelength from 200 to 1000 nm. Photochemistry and Photobiology. 2022;98(4):974–981. doi:10.1111/php.13550
  8. Huang YY, Chen ACH, Carroll JD, Hamblin MR. Biphasic dose response in low level light therapy. Dose-Response. 2009;7(4):358–383. doi:10.2203/dose-response.09-027.Hamblin · PMID 20011653
  9. Maghfour J, Mineroff J, et al. Evidence-based consensus on the clinical application of photobiomodulation. Journal of the American Academy of Dermatology. 2025. doi:10.1016/j.jaad.2025.04.031
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